Machbarkeitsstudie ÖPNV Osnabrück

Aufgabenstellung

Bei der Salzburg AG, aber auch in vielen weiteren europäischen Ländern im Einsatz: „Oberleitungsbusse der neuen Generation“ – partielle Nachladung ist nach Aussagen des Gutachters in Osnabrück das System der Zukunft für den Nahverkehr.

Gemäß Beschluss des Rates der Stadt Osnabrück wurde eine Machbarkeitsstudie zur Weiterentwicklung und Verbesserung des ÖPNV für die Stadt Osnabrück von der Planungsgesellschaft Nahverkehr (PlaNOS) zusammen mit der Stadtverwaltung in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen in die Beratungen zum Nahverkehrsplan einfließen, in dessen Rahmen grundsätzliche Richtungsentscheidungen getroffen werden müssen. 

Mit dem Masterplan Mobilität und dem Masterplan 100% Klimaschutz hat sich die Stadt Osnabrück ambitionierte Ziele gesetzt, um das Leben in der Hasestadt noch attraktiver zu gestalten. Die dort genannten Ziele sollten als Grundlage für das Gutachten übernommen werden. Darüber hinaus bildete die Beibehaltung und Weiterentwicklung der Integration des Regionalverkehrs eine grundlegende Voraussetzung.

Als Gutachterbüro wurde die LINDSCHULTE + KLOPPE Ingenieurgesellschaft mbH ausgewählt. Auf der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am 25.04.2013 wurden die Ergebnisse der "Machbarkeitsstudie ÖPNV Osnabrück" im öffentlichen Teil vorgestellt.  

Ergebnisse des Gutachtens

„Wir haben ergebnisoffen alle zukunftsfähigen ÖPNV-Systeme geprüft und mussten aufgrund der örtlichen Gegebenheiten sowie der zu erwartenden Nachfrage den Verkehrsträger Straßenbahn ausschließen. In Osnabrück gibt es zahlreiche Einschränkungen wie Brücken, Bahnübergänge aber auch Steigungen, die ohne aufwändige Sonderkonstruktionen einen Straßenbahnbetrieb in der Stadt unmöglich machen. Diese senken den volkswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Faktor einer Straßenbahn auf unter 1 – und schließen damit eine öffentliche Förderung durch den Bund und das Land Niedersachsen definitiv aus“, so Dr. Uwe Kloppe zu einem der zentralen Erkenntnisse aus seinem Gutachten. Die hohen Kosten, eine nur eingeschränkte Flächenerschließung und nicht ausreichende Fahrgastpotenziale werden für eine Straßenbahn – so die Einschätzung des Gutachters – die Förderung zusätzlich verhindern. Die Vorteile eines Hauptliniennetzes mit elektrisch angetriebenen Bussen, die partiell ihre Energie auf der Strecke nachladen, seien hingegen für eine Stadt wie Osnabrück vielfältig ausgeprägt.

Zum einen ermögliche der innovative Ansatz eines solchen Systems eine öffentliche Förderung, zum anderen könne mit dem Umbau zeitnah und dann in Schritten begonnen werden. „Wir gehen davon aus, dass mit diesem neuartigen Bussystem und einer spürbaren Bevorrechtigung auf schnellen Trassen die Attraktivität des ÖPNV sich enorm steigert und die anspruchsvollen Ziele an Zuwachsraten bei den Fahrgästen sowie Emissionsminderung erreicht werden“, führte Kloppe weiter aus. 

Weitere Studie bestätigt technische Umsetzbarkeit

„Aufgrund der Aussagen des Gutachters hat das Kompetenzzentrum Energie an der Hochschule Osnabrück anhand einer fiktiven Referenzlinie die technische Umsetzbarkeit eines solchen neuartigen, elektrischen Bussystems weiter im Detail geprüft und positiv beschieden“, ergänzte Martin Meyer-Luu, PlaNOS-Geschäftsführer. Entscheidend für eine Kostensenkung seien nach Prüfung des Kompetenzzentrums die technischen Möglichkeiten, auf der Strecke nur partiell nachladen zu müssen und ansonsten die Speicher im Bus zu nutzen. Bei einer positiven Bewertung seitens der Politik will die PlaNOS der Empfehlung des Gutachtes folgend schnell die nächsten Planungsschritte zur Einreichung von Förderanträgen einleiten.